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Regionalen Schule "Ernst Moritz Arndt" Greifswald

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Ganztagsschulkonzept der RegS „E. M. Arndt“

Bestandteil des Schulprogramms

 

1.     Fürs Leben lernen

„Sich in der Welt zurecht zu finden, erlernt der Mensch nur durch Übung.“  E. M. Arndt

Ein halber Tag ist nicht genug um Kinder auf die Welt nach der Schule vorzubereiten.

Die Idee der Ganztagsschule enthält mehr als nur längere Öffnungszeiten. Sie gestattet eine individuelle Förderung, die Möglichkeit gemeinsam, miteinander und voneinander zu lernen und eine kreative Freizeitgestaltung. Damit wird die Ganztagsschule auch dem gesetzlich vorgegebenen Erziehungsauftrag der Schule besser gerecht, wonach dem Schüler Wissen und Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Einstellungen und Haltungen mit dem Ziel vermitteln werden sollen, die Entfaltung der Persönlichkeit und die Selbständigkeit ihrer Entscheidungen und Handlungen so zu fördern, dass die Schüler befähigt werden, aktiv und verantwortungsvoll am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilzuhaben (§ 2 SchulG MV).

Das vorliegende Konzept will Ihnen zeigen wie diese vielfältigen Ansätze an der Regionalen Schule „Ernst Moritz Arndt“ in Greifswald verwirklicht werden.

2.     Rahmenbedingungen

2.1     Äußere Rahmenbedingungen

Die Schüler sollen die Schule als positiven Lebensraum erfahren. Hierzu bietet die Ernst Moritz Arndt Schule ein besonderes Potential. Sie befindet sich am Rande der Innenstadt in der Fleischervorstadt und ist somit in eine kulturell-wirtschaftliche Infrastruktur eingebunden. Der nahe Kontakt zu anderen Schulen und der Universität Greifswald gewährleistet einen steten Austausch zwischen den Institutionen, so zum Beispiel durch die wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Ganztagsschule“ durch die erziehungswissenschaftliche Forschungsgruppe „Schulentwicklung in MV“.

Die Schule mit einer überschaubaren Schülerzahl und somit einem produktiven Lehrer-Schüler-Verhältnis bietet u. a. moderne Fachkabinette, große helle Flure, eine renovierte Turnhalle und eine schöne Aula, an deren Eingang die Schüler im Rahmen künstlerischer Projekte mitgestalten konnten. Hier profitiert die Schule auch von dem Bundesfinanzierungsprojekt IZBB (Initiative Zukunft, Bildung und Betreuung), in dessen Rahmen die Kunstwerkstatt und die Schulwerkstatt, sowie der Bereich der Mittagsversorgung modernisiert werden konnten.

Ob interne Schulwettbewerbe und Feiern oder Feste für Jedermann, die Ernst Moritz Arndt Schule ist für alle Ideen offen und damit nicht nur Lern- und Freizeitort, sondern auch Begegnungsstätte für den gesamten Stadtteil.

2.2      Personelle Rahmenbedingungen

Zur Verwirklichung des Konzeptes und der gestellten Ziele leisten viele Personen ihren Beitrag. Neben Pädagogen unterschiedlicher Qualifikationen, wie Lehrern und Sozialpädagogen, engagieren sich in der Ganztagsschule Schüler, Eltern, Künstler und Studenten.

Im Schulclub wird den Schülern eine ständige Betreuung durch zwei Freizeitpädagogen gewährleistet.

 

3.     Unterrichtsorganisation und Gestaltung

3.1      Flexibilisierung der Stundentafel

Der Ganztagsbetrieb wird in einer teilweise gebundenen Form für die Klassen 5 bis 10 in der Zeit von 07:30 bis 16:00 Uhr an mindestens 4 Tagen der Woche durchgeführt. Das Angebot beinhaltet Unterrichtsstunden, die einer gesicherten Grundlagenbildung dienen. Durch die in der Ganztagsschule zur Verfügung stehende Zeit ist es auch möglich, die Vermittlung von Wissen und weiterer Lebenskompetenzen in anderer, pädagogisch wertvoller Form zu organisieren. Wichtige Themen werden in Projekten bearbeitet, deren Ergebnisse eine Bereicherung für die gesamte Schule darstellen. Am Nachmittag können die Schüler zwischen verschiedenen Wahlpflichtkursen wählen, die mit einem breiten Angebot wie Mannschaftssport und Handarbeit, Hauswirtschaft und Kunst, Informatik oder Chor jedem Interesse gerecht werden. Daneben stehen freiwillige Arbeitsgemeinschaften, die zusammen mit außerschulischen Kooperationspartnern durchgeführt werden, zur Verfügung.

Darüber hinaus werden Klassenfahrten, Exkursionen, Betriebserkundungen und Gedenkstättenbesuche als regelmäßiger Bestandteil in das Schuljahr eingebettet.

3.2    Rhythmisierung des Schulalltags

Die Ganztagsschule bietet vielfältige Möglichkeiten den Schulalltag entsprechend des Biorhythmus’ der Schüler zu gestalten. So werden zum Beispiel längere Pausen eingeplant, um den Schülern verschiedene Erholungsmöglichkeiten anzubieten und Konzentrationsschwierigkeiten entgegen zu wirken. Insbesondere in der Orientierungsstufe ist der Unterricht in Blöcken ausgestaltet, wodurch ein effektives Verhältnis zwischen Lernen und anderen Aktivitäten gefördert wird.

3.3     Freizeitgestaltung

Die zusätzliche Zeit in der Ganztagsschule dient nicht nur der bloßen Beaufsichtigung nach dem Unterricht, sondern ermöglicht eine sinnvolle Pausen– und Freizeitbeschäftigung. Ob Schach oder Fußball, Musizieren mit Blasinstrumenten oder kreativem Gestalten, unter pädagogischer Anleitung wird den Schülern ein breites Angebot konstruktiver Betätigung geboten. Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Schüler ist der während des Schulbetriebs durchgängig geöffnete Schulclub. Hier trifft man Mitschüler, kann sich unterhalten, basteln oder lesen.

3.4     Individuelle Förderung der Schüler zur Überwindung von Defiziten

Jeder Mensch hat Schwächen. Auch das Lernen gelingt nicht allen Kindern gleich. Es gilt sich Zeit zu nehmen um etwaige Probleme zu erkennen und zum Beispiel durch entsprechenden Förderunterricht zu bewältigen. Die tägliche Hausaufgabenbetreuung an der E.M.A. Schule unterstützt dieses Ziel. Ablenkungen und Zeitverlust werden verringert. Die Schüler lernen dabei nicht nur sich kontinuierlich mit ihren Aufgaben zu beschäftigen, sondern auch nach Hilfe zu fragen und Hilfe anzunehmen. Großer Wert wird auch darauf gelegt, dass Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf am Unterricht an allgemeinen Schulen teilnehmen und voll integriert werden. Die Förderschwerpunkte beziehen sich dabei auf das Hören, Sehen und Sprechen, die körperliche und motorische, aber auch die emotionale und soziale Entwicklung. So werden zum Bespiel Extrastunden für Schüler mit Lese- Rechtschreib-, bzw. Matheschwächen zur Verfügung gestellt und Kinder mit leichten organischen Schwächen in speziellen Techniken ausgebildet um ihre Defizite auszugleichen.

Durch die Konzepte des gemeinsamen Unterrichts (GU) und des längeren gemeinsamen Lernens profitieren die Schüler zusätzlich durch die gegenseitige Unterstützung und die Stärken des anderen.

3.5    Individuelle Förderung von Begabungen

Besonderes Augenmerk wird in der Ganztagsschule auch auf die größtmögliche Förderung aller Schüler in der gesamten Begabtenbreite gelegt. Den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler entsprechend, werden vielfältige Projekte angeboten um kleine und große Talente anzuleiten und zu entwickeln. In Kreativzirkeln zum Beispiel konnten in Zusammenarbeit mit dem Verein „Kunstwerkstätten e.V.“ kleine Künstler Fingerfertigkeiten beweisen, indem sie Holzfiguren gestalteten, die im Schulgebäude ausgestellt werden. Aber auch die Sprach- und Fremdsprachenförderung kommt nicht zu kurz. Buchlesungen in Greifswalder Buchhandlungen und der Stadtbibliothek, Veranstaltungen im Rahmen von „Jugend debattiert“, englischsprachiger Sportunterricht und englische Schulpartnerschaften über das Internet sind hierbei besonders hervorzuheben. Auch auf die Einbeziehung neuer und traditioneller Medien wird geachtet. In Computerkursen und bei der Gestaltung eigener Web-Sites werden Schüler mit den technischen Voraussetzungen vertraut und schließlich auch zu einem sachgerechten, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien erzogen.

Regelmäßige Schulwettbewerbe, Talentfeste und Theaterprojekte bringen Abwechslung in den Schulalltag und spornen die Schüler zu neuen Leistungen an.

4.     Erziehung zu einer gesunden Lebensweise

4.       Gesundheitsrelevante Themen im Unterricht

Gesundheit ist eine Grundlage für mehr Lebensqualität. Daher ist die Gesundheitserziehung ein bedeutender Faktor an der E.M.A. Schule. Während der Arbeit an dem Projekt „Wasser“ wurde den Schülern zum Beispiel die überragende Bedeutung des Wassers für den menschlichen Organismus näher gebracht. Unterstützt wird die Schule dabei durch das Institut für „community medicine“, das ein Unterrichtsprojekt zur Stärkung von Gesundheitskompetenzen anbietet. Lehrer nehmen an Schulungen an der Universität teil und

geben ihr gesundheitsrelevantes Wissen im Biologie- und Sportunterricht an die Schüler weiter. Auch die Zusammenarbeit mit dem DRK und dem Sportverein der Universität (HSG) bietet allen die Möglichkeit mehr über eine gesunde Lebensführung zu erfahren und sich körperlich fit zu halten.

4.2    Entspannende Aktivitäten im Tagesablauf

Nur wer zwischendurch entspannen kann, ist danach wieder leistungsbereit. In den Gemeinschaftsräumen haben die Schüler Gelegenheit Ruhe zu finden, sich mit anderen zu unterhalten, oder einfach Dinge zu tun, die sie gern tun. Auf dem Pausenhof und dem angrenzenden Spielplatz werden verschiedene Spiel- und Sportgeräte zur Verfügung gestellt, damit durch körperliche Betätigung Stress abgebaut und neue Energie für den nächsten Unterricht gesammelt werden kann.

4.3     Frühstück, Mittag, Imbiss

Eine gesunde Ernährung trägt dazu bei, konzentriert und ausdauernd die täglichen Anforderungen zu bewältigen. Die Schüler haben die Möglichkeit gemeinsam mit den Lehrern ihr Frühstück in den Klassenräumen und ein warmes Mittagessen im Speisesaal einzunehmen. Die gemeinsame und regelmäßige Einnahme der Mahlzeiten fördert die Kommunikation und den Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Zwischendurch sorgt das von Schülern betriebene Projekt „FutterFlägg“ für kleine Imbisse.

5.     Zusammengehörigkeit und Chancengleichheit

Der Betrieb der Ganztagsschule eröffnet der Persönlichkeitsentwicklung und der Förderung sozialer Fähigkeiten neue Spielräume. Schüler aus verschiedenen sozialen Gruppen und unterschiedlicher ethnischer Herkunft verbringen einen Großteil ihres Tages miteinander. Sie knüpfen Kontakte, arbeiten im Team und lernen dadurch Toleranz und Akzeptanz. In Projekten können Schüler über ihre Herkunftsländer berichten, wodurch interkulturelle Kompetenzen erweitert werden. Der Gemeinschaftsgedanke und die Identifizierung mit der eigenen Schule werden hoch geschrieben. So wurden etwa eigene schulspezifische Sporthemden von Schülern entworfen und eingeführt. Dieses Wir-Gefühl wird auch deutlich, wenn die Schüler am Tag der offenen Tür stolz die Besonderheiten ihrer Schule interessierten Grundschülern präsentieren.

Bei so vielen unterschiedlichen Charakteren und Persönlichkeiten kommt es natürlich auch zu Reibereien und manchen Schwierigkeiten. Die Klassenlehrerstunden und Konfliktschlichter bieten hier die Gelegenheit Probleme zu diskutieren und Konflikte friedlich beizulegen. Ein freundlicher Umgang miteinander und die Achtung der Person sind nicht nur Schlagworte aus der Hausordnung der Schule, sondern Grundpfeiler für ein gedeihliches Zusammenleben in und außerhalb der Schule.

6.    Schule und Jugendhilfe

An unserer Schule verstehen sich beide als Partner. Die Tagesgestaltung ermöglicht den Schulsozialarbeiterinnen in vielfältiger Form Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen herzustellen. Der Raum der SSA bietet die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre zu Einzel- und Gruppengesprächen zusammenzufinden, um Probleme aufzudecken, zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei kann auf Partner der Jugendhilfe in öffentlicher und freier Trägerschaft zurückgegriffen werden.

Um o. g. Ziel zu erreichen ist die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeitern, der Beratungslehrerin, Klassenleitern, Fachlehrern und Eltern Bestandteil dieser Partnerschaft. So nehmen Schulsozialarbeiter an Teamsitzungen der einzelnen Klassenstufen wie auch der Schulkonferenz teil. Sie leisten eine umfangreiche sozialpädagogische Betreuung und nutzen offene Begegnungen wie auch Klassenstunden zu aktuellen Problemen, Projekten und Elterngesprächen. Diesbezüglich wurde ein Kooperationsvertrag zwischen  dem Jugendamt und der Schule abgeschlossen. Hauptinhalt ist unter anderem der erzieherische Kinder- und Jugendschutz und die damit verbundene Nutzung des sozialpädagogischen Dienstes  und der Schülerhilfe. Weitere Unterstützung bietet auch das vom Jugendamt in Zusammenarbeit mit Greifswalder Schulen erarbeitete Regularium zum Umgang mit unentschuldigtem Fehlen von Schülern.

7.    Öffnung der Schule (Kooperationspartner)

Zur Bewältigung der vorgestellten Aufgaben ist die E.M.A. Schule nicht auf sich allein gestellt. Durch die Einbeziehung der Öffentlichkeit werden Kooperationspartner als Verbündete bei der Wahrnehmung der Bildungs- und Erziehungsarbeit und der sozialen Betreuung gewonnen. Die Partner kommen aus allen Lebensbereichen der Region, so zum Beispiel aus Sport, Musik, Kultur, Religion, Wirtschaft und Verwaltung.

Durch die guten Kontakte zum regionalen Mittelstand konnte die E.M.A. Schule ihren Schwerpunkt der Berufsfrühorientierung stark ausbauen. Durch Betriebserkundungen und altersgerechte Praktika bekommen die Schüler nicht nur einen tieferen Einblick in tägliche Betriebsabläufe, sondern werden auch in die Lage versetzt mit dem gelernten Wissen umzugehen und dieses im Leben situationsbedingt anzuwenden. Dabei wird die Lebensplanung der Schüler im Blick behalten, werden Zukunftsperspektiven erarbeitet, gleichzeitig aber auch den Schülern geholfen mit der Diskrepanz zwischen Traumjob und Realität umzugehen. Kooperationspartner, die sich besonders im Bereich der Berufsfrühorientierung engagieren sind zum Beispiel das BIG Bildungszentrum in Greifswald, der Verein Fit für die Wirtschaft e.V. und das Kreisdiakonische Werk Greifswald im Rahmen des Projekts „Ran an die Zukunft“.

Der Verein Öffnung der Schulen e.V., das DRK und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche bringen sich mit verschiedenen Angeboten erfolgreich in das Ganztagskonzept der Ernst Moritz Arndt Schule ein um den Schülern Lebens- und Praxisrelevanz zu vermitteln.

8.       Evaluation

Unsere Schule nimmt an der externen Evaluation für Ganztagsschulen im Land Mecklenburg-Vorpommern teil, die durch die Forschungsgruppe „Schulentwicklung in M-V“ der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, Institut für Bildungswissenschaften, Franz – Mehring – Straße 47 in 17489 Greifswald durchgeführt wird.

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